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Vom anderen Ende der Welt oder: Zero Waste around the world!

Liebe Melanie! Liebe Leserinnen dieses Blogs!

Dieser Blog brauchte anscheinend eine Verdauungspause. Kein schönes Wort, aber es beschreibt vielleicht ganz gut die Situation in der wir uns befunden haben. Das Leben ist das was passiert wenn man andere Dinge im Kopf hat, heisst es so schön. Für alle die nicht ganz so im Bilde sind werde ich die Situation kurz aufklären. Meine Familie und ich haben einen Lebensweg eingeschlagen, der sich für viele verrückt oder schöner ausgedrückt: nicht durchdacht, planlos oder nicht zukunftsorientiert anhört. Um die Geschichte kurz und knapp zu halten: Ich bin nicht mehr in Österreich und weiss auch nicht wann ich wieder zurück sein werde.
Ganz nach unserem Motto „mach dich frei“ habe ich mich in den letzten Monaten ganz schön frei gemacht.
Puuh,..was hier in drei kurzen Sätzen geschrieben wurde, war geistig und auch physisch nicht so schnell zu realisieren. Auch jetzt kann ich es manchmal noch nicht ganz glauben, und muss kurz innehalten um ganz im jetzigen Augenblick zu sein. Das heisst: Ganz hier zu sein, im Moment auf Borneo in Malaysia.
Das ist und bleibt aber nunmal ein Zero Waste Blog und kein Reiseblog und aus dem Grund wird es vielleicht bald noch mehr von mir zu lesen oder zu hören oder zu sehen geben. Wo, wie und was weiss ich noch nicht so genau.
Da Zero Waste, Müll reduzieren und vermeiden natürlich ganz und gar nicht ortsgebunden ist habe ich natürlich eine ganze Menge zu erzählen. Jeder der schon einmal in Asien war weiss, dass man das Plastikproblem so direkt ins Gesicht gehauen bekommt dass man eigentlich nur weinen kann. Und das tue ich auch manchmal. Mit dem Flow zu gehen hat mich zu meiner jetzigen Tätigkeit geführt. Interessanterweise wurde ich hier auf Borneo unter anderem als „Beachcleaner“ eingestellt. Was ich da zu sehen bekomme treibt mir im wahrsten Sinne des Wortes die Tränen in die Augen. Plastikflaschen, Plastikstrohhalme, Einweggeschirr, FlipFlops und Styrophorteile. Wie Sisyphus aus der griechischen Mythologie sammeln ich jeden morgen diese Dinge am Strand auf. Je nach Flut mal mehr, mal noch mehr. Der gesammelte Müll wird dann in die nächstgelegene Stadt gefahren und in einen grossen Mülleimer gekippt. Ich habe keine Ahnung was danach damit passiert. Vielleicht wird es verbrannt? Wieder ins Meer gekippt? Eingegraben?
Ironischer Weise ist es nirgends einfacher einen verpackungsfreien Einkauf zu tätigen als hier in Malaysia oder auch in Thailand. Es ist quasi das geheime Paradies aller Zero Wastler. Du bekommst offenen Reis, Nudeln, teilweise Datteln, Nüsse und sogar Tofu, Sojasprossen und Mungbohnen am Markt! Ein Traum für jeden der weiss, wie schwierig solche Dinge in Österreich zu bekommen sind, wenn man nicht direkten Zugang zu einem Unverpacktladen oder Händler seines Vertrauens hat, die einen diese Kostbarkeiten in seinen eigenen Behälter füllen lassen. Wie alle bereits wissen die sich mit der Thematik befassen, muss man nur gut vorbereitet sein.
Das heisst es funktioniert wie folgt: Schnell genug das mitgebrachtes Sackerl, Dose, oder sonstige Behältnisse zücken. Fragende Blicke einfach weglächeln. Eine Trillion mal „No Bag, no bag, no bag, NO i don’t need a bag, thank you, thank you, no BAG, i don’t need, i don’t need, NO THANK YOU“ sagen. Dann die benötigten Dinge aus dem trotzdem gereichten Plastiksackerl wieder heraus holen und es der Marktfrau oder dem Verkäufer wieder zurückgeben. Wieder fragende Blicke weglächeln. Nach Lust und Laune noch einmal „Thank you, no Plastic“ sagen. Schon hat man ales was man braucht und das verpackungsfrei!

Es gibt ein paar sehr nützliche Dinge, die ich im Alltag hier nicht missen möchte, darüber werde ich aber ein anderes mal schreiben.

Alles Liebe von meiner „einsamen Insel“,
Franziska

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